Innenstadt: Wunschdenken statt Trendwende

26.09.2019

Neuansiedlungen in der Innenstadt sind grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch braucht die Innenstadt nach wie vor ein schlüssiges Gesamtkonzept. Die neuen Geschäfte stellen in Struktur und Anlage größtenteils eine Konkurrenz zum bestehenden Angebot dar. Da die Innenstadt weder über ein Parkplatzkonzept verfügt, noch der ÖPNV in Kiel attraktiv ist, ist ein Zugewinn an Kundschaft kaum zu erwarten.
Es ist eher zu befürchten, dass die Innenstadt ohne ein solides und nachhaltiges Konzept weiterhin nach Ablegen der Kreuzfahrtschiffe und in den Wintermonaten wie ausgestorben ist. Die Pressemitteilung der Stadt trägt stark die Handschrift und das Wunschdenken eines wahlkämpfenden Oberbürgermeisters und ist in ihrer Rhetorik grenzwertig. Die Innenstadt muss zu einem Ort mit großer Aufenthaltsqualität auch bei schlechtem Wetter entwickelt werden. Dazu muss sie sich in Angebot, „Flair“ und Wahrnehmung deutlich von bestehenden Strukturen unterscheiden. Und dazu bedarf es vieler hochwertiger Angebote, neuer Wohnraumkonzepte und eines kulturellen Zentrums. Vielfältig, bunt und grün mit teilüberdachten Abschnitten: So kann die Innenstadt zu einem Magnet und Begegnungsraum für die Menschen werden.